Handwerk, Herzblut, Herkunft – Wanger: Genuss aus Liechtenstein
Wer im Café Wanger in Schaan Platz nimmt, spürt schnell: Hier geht es um mehr als Brot, Gebäck, Patisserie und Pralinen. Hier geht es um Herkunft, um Leidenschaft und um eine Familie, die seit Generationen mit Herzblut bäckt, kreiert und gestaltet.
Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1950. Damals eröffneten Reinold Wanger sen. und seine Frau Maria in Schaan eine Bäckerei mit Gemischtwarenhandlung. Sein Ziel war klar: ausgezeichnete Brote herstellen und sich durch Qualität einen Namen machen. Maria wiederum verstand es, mit Herzlichkeit und Nähe einen treuen Kundenstamm aufzubauen. Handwerk und Beziehungspflege, diese Kombination wurde zum Fundament des Familienunternehmens.
Ihr Sohn Reinold Wanger jun. erlernte zunächst den Bäckerberuf und absolvierte anschliessend die Ausbildung zum Konditor-Confiseur, die er mit der Meisterprüfung abschloss. Acht Wanderjahre führten ihn hinaus in die Welt des Handwerks, bevor er nach Liechtenstein zurückkehrte. Gemeinsam mit seiner Frau Monika entwickelte er den Betrieb weiter: Neben der Bäckerei entstanden ein Café, eine Konditorei und eine Confiserie.
Monika Wanger war und ist eine Unternehmerin mit Gespür für Trends. Eine kleine Anekdote erzählt Clarissa Wanger besonders gern: Als Monika in einer Stadt Confiserien sah, die Pralinen kunstvoll in Geschirr verpackten, griff sie die Idee auf. Anfangs wunderten sich manche Kundinnen und Kunden, was macht Geschirr in einer Konditorei? Doch die Idee setzte sich durch. Heute sind solche Geschenkideen selbstverständlich. Mut zur Innovation gehört bei Wanger seit jeher dazu.
Als Richard und Clarissa Wanger 2005 den Familienbetrieb übernahmen, war dies nicht nur ein Generationenwechsel, sondern ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung. Bereits zwei Jahre später eröffneten sie das Café Wanger in Buchs und setzten damit ein Zeichen für Expansion über die Landesgrenze hinaus. Im Herbst 2023 folgte der nächste bedeutende Schritt: Nach einem halben Jahrhundert am bisherigen Standort zog das Stammhaus in Schaan in die neu entstandene Zentrumsüberbauung – ein moderner Rahmen für ein traditionsreiches Handwerk. Heute umfasst das Unternehmen die beiden Cafés in Schaan und Buchs, den Laden an der Reberastrasse in Schaan sowie das Geschäft an der Landstrasse in Vaduz. Rund 60 Mitarbeitende stehen hinter dem Namen Wanger. Und doch bleibt, bei aller Entwicklung, das Entscheidende bestehen: Wanger ist und bleibt ein Familienunternehmen – im Denken, im Handeln und im Herzen.
Unser Gespräch fand im modern eingerichteten Café in Schaan statt. Bei einer Tasse fein duftendem Kaffee erzählt Clarissa Wanger: «Ich hatte ursprünglich keinen Bezug zur Branche. Nach meiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete ich zuerst in einem Industriebetrieb, später bei einer Bank und anschliessend im Treuhandwesen. Ich war glücklich und erfüllt in meinem Beruf – bis ich Richard kennenlernte.
Ein Jahr später stellte er mir eine Frage, die mein Leben verändern sollte: Kannst du dir vorstellen, mit mir ein Café zu führen?
Ich hatte keinerlei Erfahrung im Lebensmittelbereich, wusste nichts über Hygienevorschriften, Produktion oder Gastronomie. Und trotzdem habe ich den Schritt gewagt.
Heute, 20 Jahre später, verstehe ich meinen Mann noch viel besser.
Was mein Mann macht, ist kein Job – das ist echte Leidenschaft, Herzblut, Berufung. In einem Familienbetrieb gibt es keine klaren Acht-Stunden-Tage. Sechs oder sieben Arbeitstage pro Woche sind eher die Regel als die Ausnahme. Ideen entstehen oft am Abend, in der Freizeit, manchmal ganz nebenbei. Innovation ist hier kein Programmpunkt, sie entwickelt sich aus dem täglichen Tun, aus Beobachten, Ausprobieren und Mitdenken. Die Grenze zwischen Familie und Unternehmen verschwimmen. So wie schon bei den Generationen vor uns, ist der Betrieb Teil des Familienlebens – und das Familienleben Teil des Betriebs.
Als unsere Kinder geboren wurden, verschob sich der Fokus automatisch: Sie hatten Priorität. Eine Begegnung bei einem Konditorentreffen ist mir bis heute besonders in Erinnerung geblieben: Eine Frau sah meinen Babybauch und sagte zu mir: «Nimm dir Zeit für dein Kind. Ich habe es nicht gemacht und bereue es.» Für uns war die Entscheidung klar. Richard konzentrierte sich stärker auf den Betrieb, und ich hielt ihm den Rücken frei – half aber gleichzeitig auch aktiv mit, besonders in den intensiven Zeiten wie Weihnachten oder Ostern. So fand ich meinen eigenen Weg zwischen Familie und Unternehmen.
Im Zentrum steht für uns immer das Handwerk. In unserer Backstube backen wir täglich viele verschiedene Brotsorten, jede Rezeptur wird von Grund auf selbst zubereitet, Backmischungen gibt es bei uns nicht. Hochwertige Rohstoffe, Erfahrung und Präzision sorgen dafür, dass jedes Brot und jede Spezialität ein Genuss werden. Wir fertigen frische Patisserie und Schokoladenspezialitäten aus feinsten Zutaten. Individualität ist bei uns Programm – egal, ob es eine Torte für einen privaten Anlass oder ein eigens gestaltetes Firmengeschenk ist.
Ein besonders schönes Beispiel für unsere Innovationskraft sind die Fürstenwürfel, eine Kreation von Richard und einem sehr guten Freund der Familie. Mandelbiskuit, zartschmelzende Füllungen, verpackt in einer edlen Schachtel: «Fürstlicher Genuss», der nicht nur ein Geschenk, sondern ein Botschafter unserer Region ist. Auch das Schoggiland, die Liechtensteinerli oder Werdenbergerli tragen unsere Handschrift: kreativ, sorgfältig entwickelt und mit Herzblut umgesetzt.
Ideen entstehen bei uns im Team, in Gesprächen und beim gemeinsamen Ausprobieren: Richard, unsere beiden langjährigen Mitarbeiter Sabrina Mariuz und Steven Schmalz, ich selbst und viele weitere Mitarbeitende bringen Vorschläge ein. Wir testen, probieren, verfeinern und hören auf das Feedback unserer Kundinnen und Kunden, erst dann geht ein Produkt in Serie.
Ich bin ein detailverliebter Mensch. Ich schätze es, wenn am Ende des Tages unsere Regale mit liebevoll verpackten Köstlichkeiten gefüllt sind, wenn alles harmonisch dekoriert ist und sogar die Kissen auf den Sitzbänken perfekt aufeinander abgestimmt sind. Es bereitet mir Freude, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die diese Leidenschaft teilen. Unser Team ist uns besonders wichtig, denn jeder Einzelne trägt dazu bei, dass unser Familienbetrieb erfolgreich, kreativ und lebendig bleibt.
In den letzten zwanzig Jahren hat sich unser Unternehmen stark verändert. Die Anforderungen sind komplexer geworden – Deklarationen, administrative Prozesse, Qualitätskontrollen. Der Vorteil ist, dass uns unsere Erfahrung hilft: Wir sind auf die starken Zeiten wie Ostern oder Weihnachten sehr gut vorbereitet – von den ersten Ideen über die Planung bis hin zu den Bestellungen und den richtigen Rohstoffen.
Gleichzeitig hat sich das Konsumverhalten gewandelt. Es ist städtischer geworden, Spezialitäten, die es früher gar nicht gab, gehören heute selbstverständlich zum Angebot. Trotzdem ist unsere Identität klar: Qualität, Handwerk und die persönliche Beziehung zu unseren Kundinnen und Kunden stehen immer im Vordergrund.»
Die Kundschaft auf beiden Seiten des Rheins ist treu und wertschätzend. Unterschiede? «Nur kleine Details – etwa bei den Krapfen: In Buchs werden mehr Himbeer-, in Liechtenstein mehr Aprikosenkrapfen verkauft», schmunzelt Clarissa Wanger.
Besonders berührend ist der generationenübergreifende Einsatz bis heute. Monika Wanger, inzwischen 82 Jahre alt, bindet nach wie vor die kunstvollen Ostereier – mit Freude und Selbstverständlichkeit. Auch Reinold Wanger unterstützt noch aktiv. Diese Kontinuität ist kein Pflichtgefühl, sondern gelebte Leidenschaft.
Als Markenpartner von Liechtenstein Marketing versteht sich das Unternehmen Wanger als kulinarischer Botschafter des Landes. Produkte mit «Made in Liechtenstein» stehen für Qualität und Identität. Wer Spezialitäten wie die Fürstenwürfel verschenkt, bringt ein Stück «Genuss aus Liechtenstein» mit.
Am Ende bleibt eine einfache, aber kraftvolle Haltung: «Wenn du erfolgreich sein willst – egal was du machst – dann mache es mit Leidenschaft, mit Herzblut, mit Liebe. Ich bin überzeugt: Kundinnen und Kunden spüren das», sagt Clarissa Wanger.
Und vielleicht ist es genau das, was das Familienunternehmen Wanger ausmacht. Nicht nur das Brot, nicht nur die Confiserie-Produkte, sondern die Menschen dahinter. Eine Familie, die seit über sieben Jahrzehnten jeden Tag aufs Neue aufsteht, damit bei anderen der Tag gut beginnen kann.
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